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Garten Eden hinter den sieben Bergen |
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Skitourentage vom 12.04.2011 bis 17.04.2011 im Südtirol |
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Für einmal schien das Wetter nicht das Problem für die Skitourentage zu werden. Das bereits lange anhaltende Hoch sollte auch für unsere 5 Tourentage im Südtirol halten. Zu Beginn der Woche mussten wir jedoch einen viel schlimmeren Tiefschlag verkraften. Am Tag der Abreise nach Sulden mussten wir unseren jungen Club-Kameraden Hannes Lochmatter schweren Herzens zu Grabe tragen. Ein tragischer Töffunfall beendete sein noch junges Leben. Dieses traurige Ereignis begleitete uns während der ganzen Woche wie eine dunkle Regenwolke. Doch Hannes hätte nicht gewollt, dass wir deswegen unsere Skitourentage absagen und so fuhren wir Anfang Nachmittag Richtung Südtirol ab. Durch unzählige Täler und Tunnels, über apere Pässe, vorbei an dutzenden von Gämsen und Hirschen und durch malerische Dörfer führte unsere sehr lange Anfahrt in das Land von Gustavo Thöni und Reinhold Messner. Die Schweiz ist schon ein grosses Land, wenn man nur genügend Kurven schlägt. Die üblicherweise schneesicheren Gegenden im Goms oder am Julierpass präsentierten sich bereits sehr frühlingshaft. An Skitouren war hier nicht mehr zu denken. Spätabends trafen wir im dunklen Sulden am Ortler ein, wo wir auch unsere Deutschschweizer Delegation erstmals zu Gesicht bekamen. Zimmerverteilung, Begrüssungsapéro und ab in die Heia, so unser Restprogramm des Anreisetages. Die Kennenlerntour Hier lernten wir auch den einheimischen Bergführer Ernst kennen, welcher mit seinem lustigen Tirolerhut so manche Blicke auf sich zog. Er empfahl uns eine lange Abfahrt „gleich um die Ecke“. Auf geht’s Buam, das machen wir doch! Nach einem kurzen Pit-Stop im Rifugio Gianni Casati und einem kleinen Gegenhang fanden wir auf einem Nebengipfel 3 alte Schiffskanonen! Nein wir hatten nicht zuviel Genepi konsumiert, hier lagen tatsächlich 3 solche Metallkolosse auf dem Grat. Ernst erklärte uns, dass die Partisanen diese Kanonen beim Kampf gegen die Italiener mit Hilfe von Pferden und Gefangenen hierher schleppten, um so ihre Freiheit zu erkämpfen. Anscheinend haben sie nicht viel getroffen, denn heute fahren die Südtiroler immer noch mit italienischen Autoschildern herum… Nach dieser geschichtlichen Exkursion genossen die meisten von uns die lange Talfahrt auf den immer spärlicher werdenden Schneeresten. Obwohl skitechnisch nicht sehr anspruchsvoll, deckte diese Skitour doch bereits die ersten Schwächen auf – somit war Jan’s Ziel des Kennenlernens schon mal erfüllt. Apropos Kennenlernen: Unsere Abfahrt führte uns in ein Nachbartal. Von dort aus fuhren wir über eine Stunde lang mit zwei Taxis zurück nach Sulden, durch blühende Erdbeer- und Apfelplantagen. Die beiden Chauffeure liessen es sich nicht nehmen, uns ausführlich in die Geschichte und die Sitten des Südtirols einzuführen. In unserem Hotel Eden befanden wir uns, wie der Name schon erahnen lässt, im Paradies. Ein 5-Gang-Menü mit herrlichen Spezialitäten aus dem Südtirol erfreute unsere Gaumen bereits am ersten Abend. Auf Jans Frage ob wir mit dem ersten Tag zufrieden seien, antworteten wir knapp mit: Ja sehr! Nur unser neues Mitglied René aus dem flachen Aargau hatte noch ein paar Verbesserungsvorschläge auf Lager. Seine kontroversen Ideen wurden von einigen noch bis tief in die Nacht in der Nachbar-Bar diskutiert. Die Schräghangtour Bevor es aber soweit war, mussten wir noch ein steiles Couloir aufsteigen. Mit vielen Spitzkehren und letztendlich mit geschulterten Skiern erreichten wir reichlich verschwitzt das Tschenglser-Joch. Die Temperaturen waren nun so warm, dass wir auf einen Gipfelsturm verzichteten, um uns auf der Rückfahrt nicht unnötig in Lawinengefahr zu begeben. Ein Sprung in die Tiefe und eine bis zu 40° steile Couloir-Abfahrt bei besten Schneeverhältnissen konnten wir nun geniessen. Die noch aufsteigenden Personen wurden zu ihrem Leidwesen als Torstangen benutzt – ohne sie jedoch zu kippen. Auf der Talfahrt mussten wir noch ein paar Mal die Skier abschnallen und einige apere Seiten queren. Dieser Effort wurde schlussendlich mit einer tollen Pistenabfahrt bis nach Sulden belohnt, wo wir uns verdientermassen ein paar Radler genehmigten. Obwohl wir Renés Verbesserungsvorschläge nicht wirklich umsetzten, waren abends alle sehr zufrieden und wir konnten uns wieder unserem neuen Hobby, dem Schlemmen, zuwenden. Die Königstour Im Vergleich zu den anderen Bergsteigern waren wir heute reichlich spät dran. Das merkten wir spätestens, als uns die früher gestarteten bei ihrer Abfahrt um die Ohren fuhren. Hier wartete noch ein Spektakel ganz besonderer Güte auf uns. Steine und Eisstücke pfiffen an unseren Köpfen vorbei. Beats’ Grächen-Kappe musste dabei dran glauben. Auf der Schulter vor dem Gipfelgrat fanden wir einige vorbereitete Stellen für ein Skidepot. Ein letzter Halt, bevor Jean-Paul, Serge, Elsbeth, Beat und Fabian die restlichen steilen Höhenmeter in Angriff nahmen. Jan, Priska, Katja, Peti und ich beliessen es bei der Schulter und wir starteten die abenteuerliche Abfahrt etwas früher. Die 5 Gipfelstürmer erreichten das grosse metallene Gipfelkreuz nach ca. 1 Stunde – Gratulation! Ihre Gedanken gingen zu unserem Freund Hannes, welcher sicher auch seine helle Freude an diesem tollen Berg gehabt hätte. Die Abfahrt durch das steile Couloir hatte es in sich. Jede Kurve brauchte Überwindung und ein Sturz war nicht vorteilhaft. Der Anfangs aufgeweichte Schnee verfestigte sich mit zunehmender Abkühlung immer mehr, was das Bremsen immer schwieriger machte. Carmen und Franz amüsierten sich herrlich beim Anblick der verschiedenen Skitechniken in diesem steilen Gelände. Einige andere Teilnehmer seien sogar Kopfüber runter gerutscht, wurde uns anschliessend bestätigt. Es war schon interessant zu sehen, was sich so alles an diesem steilen Berg tummelte: Snowboarder, Telemarker und sogar ein Paar mit 2 Hunden! Wahrlich verrückte Hunde! Die Anspannung und Konzentration löste sich sobald wir wieder in flachere Gelände kamen. Wow, ein tolles Erlebnis, den Berg nun wieder von unten zu begutachten. Die restlichen Höhenmeter konnten wir wieder mehr geniessen – vor allem auch das Apéro bei der „VISA-Dame“ mit osteuropäischem Akzent liess nicht nur Petis Gesicht erstrahlen. Den strahlenden „Atom-Peti“ hielt jetzt nichts mehr auf dem Stuhl – Tanzen war angesagt. Was unser Sensler mit Vergangenheit in einer Folklore-Tanzgruppe so alles aufs Parkett legte, war schon erstaunlich. Ein toller Tag nahm sein Ende wieder bei einem herrlichen Dinner. Die Rückfahrttortur Für die meisten war dieser Ausflug der Abschluss der Wintersaison. Die fünf tollen Tage organisiert von Jean-Paul und Jan werden uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Besten Dank euch zwei für die super Idee, die tolle Organisation und die prächtige Unterhaltung im Land hinter den sieben Bergen. Und das waren die 14 Schlemmer: Die von der
Bar: Jan
Schnidrig, Jean-Paul Imboden, Serge Schnidrig |