Leiter: Thomas Kälin
Teilnehmer: Stefan und Markus Dürr, Eugen Rieder, Gabriela Arnold, Hannes Meier
Als sich der Schreiberling am Mittwoch beim Tourenleiter für die Blüemberg- oder eine
andere Tour anmeldete, war Thomas sich noch nicht schlüssig, ob die Verhältnisse diese
Tour zuliessen. Aber am Freitag war es dann klar, wir steigen einmal zur Rotondohütte
hinauf. So trafen wir uns im Zug in Thalwil bereits am Samstagmorgen, da wir nicht den
gewöhlichen Winteraufstieg in die Hütte mit seinen 33 Markierungsstangen unter die Felle
nahmen, sondern auf der Variante auch noch einen Gipfelkuss resp. Gratulation mitnehmen
konnten. Jetzt zeigte sich, dass auch der morgige Sonntag zu den Schönwettertagen
gezählt werden konnte. In der Hütte erwartete uns eine Ueberraschung. In den
Schlafräumen wird nordisch geschlafen. Anstelle einer abgegriffenen Wolldecke lag ein
freundlich-beruhigend gemustertes Duvet bereit. Nach dem Abendessen, Markus hatte uns
gerade zur Essenszeit von Realp aus auf dem normalen Winteranstieg erreicht, legten wir
das morgige Tourenziel fest. Pizzo Lucendro und Abfahrt nach Airolo oder Leckihorn und
Abfahrt über den Muttengletscher und über den Stotzig First nach Realp waren die
Varianten. Die Mehrheit wollte aufs Leckihorn. Mit Jassen und Geplauder klang der Abend
aus. Nach einer ruhigen Nacht ohne überlaute Schnarchgeräusche empfing uns ein
Prachtswetter und windstill war es auch noch. Ohne übergrosse Anstrengung erreichten wir
das Leckihorn. In der Nähe erhob sich der beinahe majestätisch wirkende Galenstock, der
uns im weiteren Verlauf dieser Tour begleitete und die Berner- und Walliseralpen
dominierte das Finsteraarhorn. In der kalten klaren Januarluft (eine Flasche Orangensaft
im Rucksack war bei der Mittagsrast gefroren) war auch die Sicht auf die vielen anderen
schneebedeckten Gipfel hervorragend. Vom Skidepot aus wurde der nur von einer
Schneeschuhspur gezeichnete Muttengletscher befahren. Es war einfach herrlich im
Pulverschnee mehr oder weniger meisterhafte Spuren zu ziehen. Beim Zurückschauen konnte
der Schreiberling erfreut feststellen, dass seine Spur nicht mehr auf Anhieb zu erkennen
war. (Bisher durch grosse Bogen und oft ein mächtiges Loch im Schnee, wie nach einem
Zusammenstoss mit einem Schneegorilla gekennzeichnet.). Nach einer kurzen Stärkung folgte
der immer noch kalte Aufstieg auf den Grat des Stotzig First. Das Phänomen einer
Fernauslösung war unerwartet. Faszinierend, wie sich die Risse über die steilere Partie
der Mulde zogen. Auf dem Grat angelangt, stellten wir fest, dass dessen Traversierung
zuviel Zeit kosten würde. Also kurze Abfahrt (vom dritten Gipfel) und mit den Fellen auf
die Menschentraube hin. Ja, der Stotzig ist eben ein beliebtes Tourenziel. Aber als wir
nach einer sonnigen Mittagspause auf unserem letzten Gipfel anlangten, fühlten wir uns
nur noch vom Galenstock beobachtet. Die Abfahrt war super. Auch wenn es schon stellenweise
so etwas wie eine Piste hatte, war es sehr angenehm. Zu recht ist der Stotzig First ein
beliebtes Tourenziel und bei ungünstigen Verhältnissen ein ziemlich sicherer Wert, denn
normalerweise löst sich von den Hängen, deren Schnee durch das viele Befahren verfestigt
wurde, keine Lawine oder Schneebrett.
Mit einem Extrazug, der früher in Realp losfuhr aber später Göschenen erreichte, begann
unsere Heimreise und nach zwei- bis dreimal umsteigen waren alle zuhause. Es war eine
wunderschöne Januartour, vielleicht nicht ganz Smiley, aber der Smiley war wohl noch nie
in zwei Tagen auf vier Gipfeln. Herzlichen Dank Thomas für die superschöne Skitour.
Hannes Meier