Sektion ZIMMERBERG

Tourenbericht

Guter Schnee, kühl aber sonnig, eine "richtige" Januarskitour

(Skitour im Rotondogebiet mit 4 Gipfeln vom 20/21.Januar 2001)

Leiter: Thomas Kälin

Teilnehmer: Stefan und Markus Dürr, Eugen Rieder, Gabriela Arnold, Hannes Meier

Als sich der Schreiberling am Mittwoch beim Tourenleiter für die Blüemberg- oder eine andere Tour anmeldete, war Thomas sich noch nicht schlüssig, ob die Verhältnisse diese Tour zuliessen. Aber am Freitag war es dann klar, wir steigen einmal zur Rotondohütte hinauf. So trafen wir uns im Zug in Thalwil bereits am Samstagmorgen, da wir nicht den gewöhlichen Winteraufstieg in die Hütte mit seinen 33 Markierungsstangen unter die Felle nahmen, sondern auf der Variante auch noch einen Gipfelkuss resp. Gratulation mitnehmen konnten. Jetzt zeigte sich, dass auch der morgige Sonntag zu den Schönwettertagen gezählt werden konnte. In der Hütte erwartete uns eine Ueberraschung. In den Schlafräumen wird nordisch geschlafen. Anstelle einer abgegriffenen Wolldecke lag ein freundlich-beruhigend gemustertes Duvet bereit. Nach dem Abendessen, Markus hatte uns gerade zur Essenszeit von Realp aus auf dem normalen Winteranstieg erreicht, legten wir das morgige Tourenziel fest. Pizzo Lucendro und Abfahrt nach Airolo oder Leckihorn und Abfahrt über den Muttengletscher und über den Stotzig First nach Realp waren die Varianten. Die Mehrheit wollte aufs Leckihorn. Mit Jassen und Geplauder klang der Abend aus. Nach einer ruhigen Nacht ohne überlaute Schnarchgeräusche empfing uns ein Prachtswetter und windstill war es auch noch. Ohne übergrosse Anstrengung erreichten wir das Leckihorn. In der Nähe erhob sich der beinahe majestätisch wirkende Galenstock, der uns im weiteren Verlauf dieser Tour begleitete und die Berner- und Walliseralpen dominierte das Finsteraarhorn. In der kalten klaren Januarluft (eine Flasche Orangensaft im Rucksack war bei der Mittagsrast gefroren) war auch die Sicht auf die vielen anderen schneebedeckten Gipfel hervorragend. Vom Skidepot aus wurde der nur von einer Schneeschuhspur gezeichnete Muttengletscher befahren. Es war einfach herrlich im Pulverschnee mehr oder weniger meisterhafte Spuren zu ziehen. Beim Zurückschauen konnte der Schreiberling erfreut feststellen, dass seine Spur nicht mehr auf Anhieb zu erkennen war. (Bisher durch grosse Bogen und oft ein mächtiges Loch im Schnee, wie nach einem Zusammenstoss mit einem Schneegorilla gekennzeichnet.). Nach einer kurzen Stärkung folgte der immer noch kalte Aufstieg auf den Grat des Stotzig First. Das Phänomen einer Fernauslösung war unerwartet. Faszinierend, wie sich die Risse über die steilere Partie der Mulde zogen. Auf dem Grat angelangt, stellten wir fest, dass dessen Traversierung zuviel Zeit kosten würde. Also kurze Abfahrt (vom dritten Gipfel) und mit den Fellen auf die Menschentraube hin. Ja, der Stotzig ist eben ein beliebtes Tourenziel. Aber als wir nach einer sonnigen Mittagspause auf unserem letzten Gipfel anlangten, fühlten wir uns nur noch vom Galenstock beobachtet. Die Abfahrt war super. Auch wenn es schon stellenweise so etwas wie eine Piste hatte, war es sehr angenehm. Zu recht ist der Stotzig First ein beliebtes Tourenziel und bei ungünstigen Verhältnissen ein ziemlich sicherer Wert, denn normalerweise löst sich von den Hängen, deren Schnee durch das viele Befahren verfestigt wurde, keine Lawine oder Schneebrett.
Mit einem Extrazug, der früher in Realp losfuhr aber später Göschenen erreichte, begann unsere Heimreise und nach zwei- bis dreimal umsteigen waren alle zuhause. Es war eine wunderschöne Januartour, vielleicht nicht ganz Smiley, aber der Smiley war wohl noch nie in zwei Tagen auf vier Gipfeln. Herzlichen Dank Thomas für die superschöne Skitour. Hannes Meier

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