Die Leckihörner im Spätherbst

Die Leckihörner im Spätherbst

Hoch- und Eistouren

Das Gebiet der Rotondohütte bietet viele lohnende Kletter- und Hoch- und Eistouren. Die ansprochsvolleren sind in den folgenden Abschnitten aufgeführt. Weitere, weniger schwierige Hochtouren sind bei den Wanderungen beschrieben.

Überschreitung des Kleinen und des Grossen Leckihornes
"Jubiläumsroute"
Witenwasserenstock Nordwestgrat
Hüenerstock Südwand "Diedri nascosti"
Pizzo Rotondo durch die Nordwand
Pizzo Rotondo über den Nordnordwestgrat

Auf dem Gipfel des grossen Leckihorns

Auf dem Gipfel des grossen Leckihorns

Überschreitung des Kleinen und des Grossen Leckihornes

Interessante, luftige Kletterei über das Kleine und das Grosse Leckihorn. Von der Rotondohütte bis auf das Grosse Leckihorn ca. 4 Stunden, von dort in ca. 30 Minuten zurück zur Rotondohütte. Die anschliessend beschriebene Route stellt eine Kombination der Routen 169, 167, 162 und 148 des SAC Clubführers Gotthard (1995) dar. Im Fels III, Gletscher- und Firnpartien leicht. Ausrüstung: Klemmkeile, Zackenschlingen, evtl. ein paar Friends. Die Stände der nicht am kurzen Seil gekletterten Seillängen wurden im Sommer '96 mit je einem Bohrhaken ausgerüstet, und zwar so, dass mit Schlingen oder Keilen einfach ein zweiter Sicherungspunkt erstellt werden kann.

Von der Rotondohütte folgt man dem Weg über die Moräne zum Witenwasserengletscher, über den man zum Witenwasserenpass aufsteigt. Vom Witenwasserenpass (2819 m) wird der Gratfuss jenseits einer geschlossenen Hütte erreicht. Nun immer an der Gratscheide entlang, bis nach einem ockerfarbigen Felsbuckel ein rötlicher Gendarm überschritten wurde, auf dem sich eine mit einer Kette ausgerüstete Abseilstelle befindet. Den nun folgenden, etwas abstehenden wuchtigen Turm umgeht man rechts (Ostseitig). Im nächsten Couloir erreicht man dann nach einer praktisch horizontalen Querung den Gipfelaufschwung (Haken am Einstieg der Seillänge welche wieder auf die Gratkante führt). Weiter auf der Gratkante. Von Couloir kann auch etwas rechts in eine leichtere Rinne ausgewichen werden. Man erreicht so den Schneehang oberhalb des Sattels 2968 m und über ihn die Gipfelfelsen. Vom kleinen Leckihorn steigt man über ein Schnee- und Firnfeld zum Sattel 2968 ab, um den Leckigrat entweder links von einem markanten Ausbruch direkt (III, Haken am Einstieg) oder etwas rechts davon über Kies und Rasen zu erklettern. Nun folgt man dem ausgesetzten Grat über sehr festen, roten Granit bis zum Gipfel des Grossen Leckihorns (ca. 3070 m). Vom Grossen Leckihorn steigt man über den Nordgrat auf einem Weg zum Leckipass (2892 m) ab, um dann auf Firn und Moräne zur Rotondohütte abzusteigen. Track-log und Karten zum Einstieg hier.

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Erste Seillänge des SE-Grates des grossen Leckihorns

In der ersten Seillänge des SE-Grates des grossen Leckihorns

Witenwasserenstock Südwand "Jubiläumsroute"

Schöne Kletterei von ca. 150 m Höhendifferenz in gutem Fels. Im Fels IV+, Gletscher- und Firnpartien leicht. Ausrüstung: Klemmkeile, Zackenschlingen, ein paar Friends. Kombination der Routen 169, 483, 481 und 475 des SAC Clubführers Gotthard (1995). Ca. 5 Stunden von der Rotondohütte und wieder dorthin zurück.

Von der Rotondohütte auf den Witenwasserenpass und dann, den Fuss des Südwestgrates umgehend, bis kurz vor den Passo dei Sabbioni. Dort durchzieht ein grosser Pfeiler die Südwand. An diesen Pfeiler lehnt sich westlich ein kleiner Pfeiler an. Wiederum links schliesst sich eine deutlich sichtbare Platte mit braunen Streifen an, von deren linker Rand sich ein System von Rissen zum Einstieg herabzieht. Die Kletterei beginnt 3 Meter links von zwei grossen, gespaltenen Blöcken. Man klettert etwa 35 m durch die Risse zum Stand hinauf, weiter schräg gegen rechts zu einem Haken auf der linken Rippe des kleinen Pfeilers, von wo man gegen rechts quert und zum Pfeilerkopf hinaufklettert. Danach folgt man 15 Meter weit einem Rasenband schräg nach rechts aufwärts zu einer abgespaltenen Platte (Haken). Von da 2 Meter gegen links queren und gerade hoch über einen Überhang zum Standplatz klettern. Über Schrofen erreicht man den Südwestgrat und über ihn den Westgipfel (3082 m). Vom Westgipfel auf dem Ostgrat Richtung Ostgipfel (3025 m) und dann über eine Schnee- und Firnmulde auf den Witenwasserengletscher und von dort zur Rotondohütte zurück.

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Gipfelplatte des Wittenwasserenstockes Westgipfel

Gipfelplatte des Wittenwasserenstockes Westgipfel

Witenwasserenstock Nordwestgrat

Schöne Kletterei in gutem Fels auf dem von der Rotondohütte markant in Erscheinung tretendem Grat. Im Fels IV+ bis V-, A1, Gletscher- und Firnpartien leicht. Ausrüstung: Klemmkeile, Zackenschlingen, ein paar Friends. Kombination der Routen 169, 483, 481 und 475 des SAC Clubführers Gotthard (1995). Ca. 5 bis 6 Stunden von der Rotondohütte und wieder dorthin zurück.

Von der Rotondohütte auf den Witenwasserenpass. Der Einstieg befindet sich 10 m rechts der Gratkante bei einer ca. 10 m hohe Verschneidung. Durch diese Verschneidung hoch und weiter nach links über eine Platte und grosse Blöcke bis unter eine gelbe Wand. Von hier etwas nach links durch Risse zu einem guten Stand. Weiter nach links zum Fuss des ersten Gendarmen (Stand). Anschliessend (Schlüsselstelle) nach rechts steil hinauf bis in die Hälfte der Platte und weiter leicht rechts, abdrängend (A1), hoch und über die anschliessende grifflose Verschneidung zum Stand. Nun leicht auf den 1. Gendarm. 15 m abseilen in die Scharte. Von hier links durch einen nicht immer zuverlässigen Kamin zum 2. Gendarm. Die folgende Platte umgeht man links, dann senkrecht hinauf zum Stand. Die folgende Wand wird direkt erklettert. Von hier in leichterer, schöner Kletterei zum Westgipfel.

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Hüenerstock Südwand "Diedri nascosti"

Schöne Kletterei durch soliden, südwärts ausgerichteten Fels. 200 m Höhendifferenz mit ziemlich anhaltender Schwierigkeit von V+, A1 oder VII. Ausrüstung: Klemmkeile 1-9, ein paar Friends, einige Haken, Doppelseile à 50 m. Kombination der Routen 492 und 494 des SAC Clubführers Gotthard (1995). Ca. 3 Stunden für die Kletterei, 5 Stunden von der Rotondohütte und wieder dorthin zurück.

Von der Rotondohütte auf dem Weg über die Moränen zum Witenwasserengletscher und dann über Schnee- und Geröllhalden zum Gipfel. Dort über die Abseilpiste (5 Abseilstellen mit Ketten) zum Einstieg.

  1. SL: Durch eine Verschneidung aufwärts, wobei ein Überhang rechts umklettert wird (IV, IV+, V, eine Stelle VI, 3H, 35m).
  2. SL: Einem Risschen entlang aufwärts (A1 und V, oder VII, 4H, 15 m).
  3. SL: 5 Meter nach links queren, dann durch eine Verschneidung, der man bis zum Ende der Route folgt (IV+, V, einige Stellen V+, 1 H, 50 m).
  4. SL: In der Verschneidung weiter (IV, 40 m).
  5. SL: In der Verschneidung weiter (V, V+, eine Stelle VI, 5 H, 50 m).

Vom Ausstieg auf dem Aufstiegsweg zurück zur Hütte.

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Pizzo Rotondo durch die Nordwand

Im Frühsommer eine Eistour mit grossem alpinem Reiz. Höhendifferenz 200 m, 45 Grad steil, ZS. 2 Stunden von der Rotondohütte, 2 Stunden für die Wand, 2-3 Stunden für den Abstieg und den Rückweg zur Hütte. Kombination der Routen 169, 458, 446, 441, 445 und 419 des SAC Clubführers Gotthard (1995).

Von der Hütte über den Witenwasserenpass auf das Gletscherbecken am Fusse der Rotondo-Nordwand. Nun über den Bergschrund, dann in Hauptgifpelfallinie, später etwas mehr rechts zum grossen Sattel des Nordwestgrates, etwa 50 Meter vom Gipfel entfernt. Weiter auf den Hauptgipfel und über den Südgrat herunter zum Passo di Ruino (ca. 2940, ohne Namen und Kote auf der LK, zwischen dem Pizzo Rotondo und dem Puncione di Ruino). Nun über den Passo di Rotondo und den Witenwasserenpass zurück zur Hütte.

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Pizzo Rotondo Nordwand

Pizzo Rotondo Nordwand. Der Nordnordwestgrat ist der Grat rechts im Bild, die Eistour durch die Nordwand folgt dem zentralen Firnfeld

Pizzo Rotondo über den Nordnordwestgrat

Lohnende Kletterei in festem Granit. 2 Stunden von der Rotondohütte bis zum Einstieg, 3 Stunden vom Einstieg bis auf den Gipfel 2-3 Stunden für den Absteig und den Rückweg zur Hütte. Schwierigkeit IV, Ausrüstung: Klemmkeile, ein paar Friends. Kombination der Routen 169, 419, 453 und 441 des SAC Clubführers Gotthard (1995).

Vom Witenwasserenpass an den Fuss des Nordgrates südöstlich von Punkt 2755. Nun über gut gestufte Platten im Bereich der Kante hinauf und in schönster Kletterei über zwei Bollwerke zu dem Punkt, wo der Grat nach Südosten abbiegt. Weiter ostwärts, an einer steilen Platte vorbei und über den Gendarm in eine Scharte. Von dort zum Nordgipfel hinauf. Weiter auf den Hauptgipfel und über den Südgrat herunter zum Passo di Ruino (ca. 2940, ohne Namen und Kote auf der LK, zwischen dem Pizzo Rotondo und dem Puncione di Ruino). Nun über den Passo di Rotondo und den Witenwasserenpass zurück zur Hütte.

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